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Fachwissen Powertage 2026

Zukunftsfähige Energieversorgung im Zeitalter von Smart Grids.

Der Umbau zur erneuerbaren, dezentralen Stromversorgung stellt Energieversorger vor Herausforderungen, besonders in der Schweiz. Smart Grids ermöglichen dabei Flexibilität, Transparenz und bessere Investitionsentscheidungen. Moderne Mess- und Prüftechnik ist dabei entscheidend.

dataTec Schweiz AG
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Smart Grids: Herausforderungen im Verteilnetz.

Der Betrieb von Verteilnetzen in der Schweiz ist von lokalen Gegebenheiten geprägt. Topografisch und damit auch technisch anspruchsvolle Netzstrukturen, eine ressourcenbedingte räumliche Verteilung von erneuerbaren Energien und die zunehmende Dichte dezentraler Erzeugungsanlagen führen zu besonderen Herausforderungen. Volatile Energien wie Wind- und Solarstrom sowie neue Verbraucher im Verteilnetz, zum Beispiel Elektrofahrzeuge, führen zu schwankenden Last- und Einspeiseprofilen. Im operativen Netzbetrieb zeigt sich dies unter anderem in lokal begrenzten Spannungshaltungsproblemen, thermischen Engpässen und einer steigenden Komplexität bei der Netzführung.

Klassische Netzplanungsansätze stossen hier an ihre Grenzen und es gewinnen dynamische Betriebsstrategien an Bedeutung, die auf einer kontinuierlichen Erfassung relevanter Netzparameter basieren. Hinzu kommen hohe Anforderungen an die Versorgungsqualität und -sicherheit, die in der Schweiz regulatorisch fest verankert sind. Spannungsabweichungen, Oberschwingungen oder Netzrückwirkungen können sich unmittelbar auf sensible industrielle Verbraucher auswirken.

Intelligente Stromnetze (Smart Grids) sind die Voraussetzung für den Umstieg auf regenerative Energiequellen. Sie bilden die technologische Grundlage, um die neuen Flexibilitätsanforderungen, bidirektionalen Energieflüsse und steigenden Datenmengen effizient zu beherrschen. Heutige Smart‑Grid‑Architekturen erfordern ein intelligentes Energiemanagement und Online-Monitoring in Echtzeit, um die Spannungsqualität stabil zu halten. Gleichzeitig steigt mit der Digitalisierung der Netze die Bedeutung von Cybersecurity und einer sicheren Datenverarbeitung im laufenden Betrieb.

Datenbasierte Optimierung des Netzbetriebs.

Moderne Mess- und Prüftechnik nimmt in diesem Kontext eine Schlüsselrolle ein. Sie liefert die notwendigen Echtzeitdaten, schafft Transparenz über Netz- und Anlagenzustände, Energieflüsse und Qualitätsparameter und ermöglicht so eine datenbasierte Steuerung und Optimierung des Netzbetriebs. Damit unterstützt Messtechnik die Sicherstellung einer hohen Versorgungsqualität und bildet die Basis für ein sinnvolles Energiemanagement. Mess- und Prüfgeräte ermöglichen es Netzbetreibern, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Massnahmen zur Netzstabilisierung vorausschauend einzuleiten. Damit wird Messtechnik vom reinen Analysewerkzeug zu einem integralen Bestandteil eines zukunftsfähigen Verteilnetzbetriebs.

Durch die Implementierung intelligenter Messtechnik können Energieunternehmen und Netzbetreiber den Energieverbrauch optimieren, Lastspitzen besser managen und potenzielle Engpässe identifizieren – mit dem Ziel, die Netzstabilität aufrecht zu erhalten. Die Integration grosser Datenmengen – auch in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz – verbessert Fehlerprognosen und optimiert die Effizienz im Smart Grid. Darüber hinaus sind moderne Messsysteme Voraussetzung für die Transparenz von Verbrauchsdaten, was zu einer bewussteren Energienutzung durch die Endverbraucher führen kann. Eine verbesserte Energieeffizienz hilft dabei, Ressourcen zu schonen und die Umweltbelastung zu reduzieren.

Versorgungsausfälle vermeiden mit präventiver Wartung.

Die hohe Versorgungssicherheit der Schweizer Stromnetze setzt eine systematische und zustandsorientierte Instandhaltung der Netzinfrastruktur voraus. Schadhafte Komponenten in elektrischen Anlagen und Installationen stellen ein Sicherheitsrisiko dar und können zu teuren Störungen oder Ausfallzeiten führen. Für Energieversorgungsunternehmen ist es daher entscheidend, klassische Wartungsstrategien durch vorausschauende Instandhaltungskonzepte zu ergänzen.

Mit Messtechnik lässt sich der Zustand von Leitungen, Transformatoren oder Schaltanlagen kontinuierlich überwachen und analysieren. Durch die frühzeitige Erkennung von Abweichungen und Schwachstellen können Instandhaltungsmassnahmen gezielt geplant werden. Dies reduziert das Ausfallrisiko und unterstützt eine wirtschaftliche Betriebsführung. Thermografische Messverfahren haben sich dabei als bewährtes Instrument etabliert. Tragbare Wärmebildkameras machen thermische Auffälligkeiten und Energieverluste in elektrischen und mechanischen Anlagen sichtbar. Sie liefern Hinweise auf Überlastungen, Kontaktprobleme oder erhöhte Übergangswiderstände. Ihr Einsatz im Rahmen regelmässiger Inspektionen unterstützt eine zustandsorientierte Instandhaltung, erhöht die Betriebssicherheit und reduziert ungeplante Reparaturkosten.

Insbesondere in Hochspannungsanlagen ist die frühzeitige Erkennung von Isolationsfehlern von zentraler Bedeutung. Teilentladungen gelten als typische Indikatoren für beginnende Schäden und können langfristig zu schwerwiegenden Anlagenstörungen führen. Akustische Messverfahren mittels Schallkamera ermöglichen die berührungslose Lokalisierung unterschiedlicher Teilentladungsarten im laufenden Betrieb. Die gewonnenen Messdaten bieten eine fundierte Entscheidungsgrundlage für gezielte Massnahmen und unterstützen den Übergang zu einer präventiven Instandhaltung.

Power Quality Analyzer für eine stabile Energieversorgung.

Die Grundlage zur Optimierung der Energieeffizienz und des Energieverbrauchs bildet die Analyse des Versorgungsnetzes. Eine gute Netzqualität ist ein wesentlicher Aspekt für ein regeneratives Lastmanagement im Smart Grid. Stabile Netze senken die Energiekosten und vermindern Ausfälle sowie vorzeitigen Verschleiss. Spannungsschwankungen und Transienten können angeschlossene Geräte und Maschinen beschädigen oder IT-Probleme verursachen. Insbesondere Oberschwingungen sind eine der Hauptursachen für Netzstörungen.

Netzqualitätsanalysatoren (Power Quality Analyzer) tragen dazu bei, die Zuverlässigkeit der Energieversorgung zu sichern und die Auswirkungen von Netzqualitätsproblemen auf Verbraucher und Unternehmen zu minimieren. Sie werden zur kontinuierlichen oder auch temporären Überwachung in ein- und dreiphasigen Übertragungs- und Verteilnetzen eingesetzt, um Unregelmässigkeiten und Energieverluste zu quantifizieren. Power Quality Analyzer unterstützen die Fehlersuche und verbessern die vorbeugende Instandhaltung. Störungen im Stromnetz lassen sich so frühzeitig erkennen.

Netzqualitätsanalysatoren unterstützen Versorgungsunternehmen und Netzbetreiber bei der Integration erneuerbarer Energien, indem sie netzbedingte Schwankungen und Instabilitäten transparent machen. Dies ermöglicht eine optimierte Netzauslastung und unterstützt den sicheren und effizienten Umbau der Energieversorgung.

Präzises Energiemanagement mit Leistungsanalysatoren.

Eine wichtige Rolle spielen auch Leistungsanalysatoren (Energieanalysatoren). Sie messen und analysieren die elektrischen Kennzahlen in Energieverteilungsnetzen, erlauben eine Validierung der Energieflüsse und Verbrauchsmuster und bilden die Bewertungsgrundlage für Einsparpotenziale sowie Wartungsmassnahmen. Darüber hinaus zeichnen Energieanalysatoren Lastprofile auf und unterstützen bei einer gezielten Laststeuerung und Lastverschiebung. So kann die Effizienz des Stromnetzes maximiert werden und Engpässe lassen sich vermeiden.

In modernen Smart-Grid-Umgebungen dienen Energieanalysatoren damit als zentrales Instrument für ein datenbasiertes Energiemanagement. Sie helfen Netzbetreiber oder Versorgungsunternehmen dabei, technische Verluste zu identifizieren, die Netzauslastung zu bewerten und Investitionsentscheidungen fundiert vorzubereiten. Im regulatorischen Kontext liefern sie belastbare Messdaten zur Nachweisführung gegenüber Aufsichtsstellen sowie zur Optimierung von Netzentgelten und des Blindleistungsmanagements. Zudem bilden Energieanalysatoren eine wichtige Datengrundlage für Energiemanagementsysteme gemäss ISO 50001 und unterstützen so die nachhaltige Senkung von Energie- und Betriebskosten.

Fazit.

Verteilnetzbetreiber und Energieversorgungsunternehmen stehen im Zeitalter von Smart Grids vor mehreren zentralen Herausforderungen. So verlangt die zunehmende Einspeisung volatiler Energien wie Wind- und Solarstrom eine flexible Netzsteuerung und ausgeklügelte Speicherlösungen. Die dezentrale Stromerzeugung und bidirektionale Energieflüsse stellen hohe Anforderungen an die Netzstabilität und bedürfen robuster Cybersicherheitsmassnahmen. Zudem generieren Smart Grids grosse Datenmengen, die effektiv verwaltet, analysiert und geschützt werden müssen. Nicht zuletzt müssen Energieversorger auch sich stetig ändernde gesetzliche Vorgaben berücksichtigen und dabei gleichzeitig wirtschaftlich bleiben.

Bei der Implementierung und effizienten Nutzung von Smart Grids spielt moderne Mess- und Prüftechnik eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht eine präzise Überwachung, Analyse und Steuerung der Netze – essenziell für die Zuverlässigkeit und Stabilität der Stromversorgung. Intelligente Mess- und Prüfsysteme leisten einen wichtigen Beitrag zur zustandsorientierten, vorausschauenden Instandhaltung und Optimierung der Netzinfrastrukturen. Messtechnik wird damit zu einem verbindenden Element zwischen Technik, Regulierung und fundierten Investitionsentscheidungen – und ist ein entscheidender Baustein für die zukunftsfähige Energieversorgung.

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Marco Pompa

Marco Pompa

Geschäftsführer dataTec Schweiz AG

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